Die Schnittmenge im IBV ist zu klein: RDA und gbk lösen ihren gemeinsamen Verband IBV auf

 

Der Internationale Bustourismusverband (IBV) wird aufgelöst. Ein entsprechender Beschluss wurde am 12. Oktober von der IBV-Mitgliederversammlung gefasst. Die Schnittmenge zwischen RDA und gbk reicht für einen gemeinsamen Verband nicht mehr aus.

 
Der IBV wurde am 11. Mai 2011 als gemeinsamer Verband von RDA und gbk in Köln gegründet. Damit reagierten beide Verbände auf den Wunsch ihrer Mitglieder, Energien zu bündeln und die Interessen der Branche mit einer starken Stimme gegenüber Politik und Medien vertreten zu können. Die zersplitterte Verbandslandschaft wird von vielen Busunternehmern kritisiert. Deshalb haben wir mit dem RDA erst im Rahmen des Frankfurter Abkommens, das im Dezember 2007 unterzeichnet wurde, eine intensive Kooperation beschlossen und schließlich einen gemeinsamen Verband ins Leben gerufen.
 
Lobby- und Pressearbeit stand in den vergangenen vier Jahren im Zentrum der Aktivitäten des IBV, der sich auch auf einer eigenen Homepage präsentiert hat. Daneben wurde die Basis mit einem monatlichen Newsletter über die Verbandsarbeit informiert. Zudem organisierten RDA und gbk gemeinsame Tagungen unter dem Dach des IBV. Als Reaktion auf den akuten Fahrermangel in der Bustouristik wurde 2014 vom IBV eine Personalstudie in Auftrag gegeben, die in den Medien auf große Resonanz gestoßen ist. Der IBV hat den Mitgliedern von RDA und gbk auch gutes Bildmaterial zur Verfügung gestellt. Auf den Foto-CDs wird nicht nur der technische Komfort moderner Reisebusse ansprechend in Szene gesetzt. Die Bilder zeigen auch, dass die Bustouristik ihre Kunden mit charmanten Reiseleiterinnen und aufmerksamen Bus-Chauffeuren verwöhnt oder warum Vereine am liebsten mit dem Bus verreisen.
 
Zwar konnte der IBV in seiner kurzen Geschichte zahlreiche Impulse setzen. Doch mittlerweile haben sich RDA und gbk sowohl strukturell als auch inhaltlich so weit auseinander entwickelt, dass eine sinnvolle Zusammenarbeit in einem gemeinsamen Verband nicht mehr möglich ist.
 
Diese Entwicklung spiegelt sich nicht zuletzt in dem gescheiterten Versuch, mit einer eigenen Buchungsplattform an den Markt zu gehen. Jetzt müssen die Mitglieder von RDA und gbk jeweils für ihren Verband entscheiden, wie es mit diesem Projekt weiter gehen soll.
 
Die gbk möchte dies gemeinsam mit ihren Mitgliedern im Rahmen der nächsten Mitgliederversammlung diskutieren, die für Dienstag, den 19. Januar 2016, in Stuttgart geplant ist. Dort findet im Rahmen der CMT am Nachmittag auch der Tag des Bustourismus statt, der gemeinsam mit dem WBO veranstaltet wird. Davor ist die offizielle 41. Mitgliederversammlung der Gütegemeinschaft Buskomfort vorgesehen.
 
Das Ende des IBV bedeutet nicht, dass die Verbände jetzt gegeneinander arbeiten. Um die großen Herausforderungen zu bewältigen, mit denen unsere Branche konfrontiert wird, werden RDA und gbk auch in Zukunft das Gespräch suchen und die Perspektiven strategischer Allianzen ausloten.