Weiterentwicklung der Güte- und Prüfbestimmungen

Die Branche verwöhnt ihre Kunden jetzt auch mit SUPERIOR-Fahrzeugen Ambientebeleuchtung mit Farbwechsel, Beinauflagen oder Espressomaschine: Die differenzierten Wünsche anspruchsvoller Bustouristen spiegeln sich in hochwertigen Fahrzeugen, die von den Herstellern mit individuellen Sonderausstattungen aufgewertet werden. Die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) reagiert auf diesen Trend mit einer weiterentwickelten Sterne-Klassifizierung, die auch das Prädikat „SUPERIOR“ verleiht. Nach kurzer Diskussion stimmten die gbk-Mitglieder auf ihrer Jahreshauptversammlung in Stuttgart einstimmig für eine modernisierte und flexiblere Klassifizierung von Reisebussen. „Damit können sich anspruchsvolle Verbraucher auch in einem Markt mit differenzierten Ansprüchen an die Qualität eines Reisebusses an den Sternen orientieren“, betont Hermann Meyering. „Neben geringfügig reduzierten Grundanforderungen, die für alle Fahrzeuge verbindlich sind, setzen sich die Kriterien für das RAL Gütezeichen Buskomfort auch aus einem Katalog mit frei wählbaren Optionen zusammen“, erklärt der gbk-Vorsitzende. „Und Busse, deren Qualität über dem Standard für drei, vier oder fünf Sterne liegt, können mit dem Zusatzprädikat „SUPERIOR“ ausgezeichnet werden.“ Mit diesem flexiblen System der Klassifizierung, das Meyering als „Quantensprung in der Geschichte der gbk“ bezeichnet, öffnen sich die gbk-Sterne der Individualisierung in der Branche und bilden auch den hohen Komfort von Bussen mit Sonderausstattung ab. Die Standardisierung von Qualität wird damit nicht infrage gestellt. „Denn für die Verbraucher ist weiterhin transparent, welchen Komfort sie in einem Reisebus mit vier oder fünf Sternen auf jeden Fall erwarten können“, betont Meyering. „Die messbaren Kriterien für die Beinfreiheit stehen für die gbk auch weiterhin im Zentrum des Komforts von Reisebussen.“ Punkte für das Panoramadach Roland Scharl erläuterte auf der gbk-Mitgliederversammlung die Details der weiterentwickelten Güte- und Prüfbestimmungen, für die eine Übergangsregelung bis zum 31. Dezember 2019 gilt. „Sie setzen sich aus Grundanforderungen und einem Optionskatalog zusammen“, erklärte der Leiter Plattform Raised Floor Entwicklung Daimler Buses, der als Vorstandsmitglied wiedergewählt wurde. „Von den Grundanforderungen werden rund 85 Prozent der aktuellen Prüfkriterien abgedeckt.“ Die Ausstattungen aus dem Optionskatalog werden mit Punkten bewertet, die in die Gütestufen einfließen. Zu diesen Ausstattungen gehören neben der 2plus1- und 1plus1-Bestuhlung beispielsweise Beinauflagen, eine stufenlos einstellbare Lordosenunterstützung oder luxuriöse Ledersitze. Auch für ein Panoramadach oder einen Bistrobereich mit mindestens zwei Vis-á-vis-Tischen und Küchen mit Sonderausstattungen wie Bierzapfanlage, Espressomaschine oder Heißluftofen gibt es Punkte. Mehr Steckdosen im Fünf-Sterne-Bus Um etwa den Fünf-Sterne-Standard zu erreichen, muss ein Fahrzeug mindestens vier von insgesamt 30 Zusatzausstattungen aus dem Optionskatalog aufweisen. Erfüllt ein Reisebus mindestens zwölf dieser Optionen darunter auch drei Mindestanforderungen, bekommt er zusätzlich das Prädikat „SUPERIOR“ verliehen. Die Vierer-Rückbank ist nur noch für Vier-Sterne-SUPERIOR und die beiden Fünf-Sterne-Kategorien vorgeschrieben. Ein von der Neigung der Rückenlehne unabhängiger Fahrgasttisch wird ausschließlich für die Kategorie Fünf-Sterne-SUPERIOR gefordert. „Aufgrund moderner Materialien kann die Stärke der Rückenlehne im Fünf-Sterne-Bus ohne Abstriche beim Sitzkomfort um einen Zentimeter reduziert werden“, stellt Scharl fest. „Dafür muss in diesen Bussen künftig für jeden Doppelsitz mindestens eine Steckdose bereitgestellt werden oder wie bisher ein USB-Ladeanschluss je Doppelsitz.“ Die weiterentwickelten Güte- und Prüfbestimmungen finden Sie hier.