Perspektive für die Bustouristik

Branchenverband fordert Nachbesserungen bei der Corona-Hilfe

Neben einer reduzierten Mehrwertsteuer für Busreisen fordert die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) auch die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes für die Mitarbeiter von rund 3.000 Betrieben, die von den Folgen der Corona-Krise länger betroffen sein werden als andere Branchen. „Die Bustouristik ist auf zusätzliche Sofortzahlungen und auf eine langfristige Perspektive angewiesen“, betont der Vorsitzende Hermann Meyering in einem Schreiben an den Tourismusbeauftragten der Bundesregierung Thomas Bareiß.

Die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) begrüßt die Pläne des Finanzministers, die finanziellen Leistungen der Corona-Hilfe aufzustocken und hofft, dass die Bustouristik dabei angemessen berücksichtigt wird. Denn nach dem Totalausfall des Ostergeschäfts ist jetzt auch der Sommerurlaub mit dem Bus in Frage gestellt. Den ersten Busreiseveranstaltern, die bereits Insolvenz angemeldet haben, werden bald zahlreiche weitere Folgen. Den Stillstand im Tourismus können 90 Prozent der Betriebe „höchstens noch wenige Wochen überleben“, stellt Hermann Meyering mit Blick auf eine aktuelle Branchenumfrage fest. „Damit stehen fast 250.000 Arbeitsplätze, die direkt von der Bustouristik abhängig sind, auf dem Spiel.“

Auch wenn Reisebeschränkungen zeitnah gelockert werden sollten, werde die Bustouristik laut Meyering bestenfalls sehr langsam in Fahrt kommen. Denn mit den Senioren falle die wichtigste Zielgruppe und mit Italien eine der zentralen Destinationen der Branche für einen längeren Zeitraum aus. Zudem führen die Einkommensverluste breiter Bevölkerungsschichten zu einem Rückgang der Nachfrage nach touristischen Angeboten, weshalb die Preise für Busreisen in den Keller rutschen werden.

Neben zusätzlichen Sofortzahlungen und einer Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 80 Prozent für die Mitarbeiter der Busreiseveranstalter fordert Meyering in seinem Schreiben an Thomas Bareiß auch die Absenkung der Mehrwertsteuer für Busreisen auf sieben Prozent. Sollte für stornierte Reisen eine Gutscheinlösung eingeführt werden, „müssen die finanziellen Vorleistungen der Busunternehmer auf jeden Fall insolvenzrechtlich abgesichert werden“.