gbk-Mitgliederversammlung 2009
Ergebnisse der gbk-Mitgliederversammlung vom 23. - 26. April in Schwerin
Während sich die globale Atmosphäre aufheizt und die Konjunktur abkühlt stimmt das Klima bei der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk). Auf der Mitgliederversammlung am 23. April in Schwerin antwortete die gbk mit einer positiven Bilanz ihrer Arbeit und innovativer Programmatik auf die Krise.
Der Bus als Motor der Konjunktur
Mit einer schlagkräftigen Verbandsstruktur will Rainer Klink gemeinsam mit dem
Internationalen Bustouristik Verband RDA neuen Schwung in die Branche bringen und ihren gesellschaftlichen Einfluss stärken.
Neben der Gründung der gbk-Tochter busKOM, die seit dem Sommer 2008 ein breites Spektrum an Waren und Dienstleistungen für die Branche anbietet, setzt die gbk bei ihren strukturellen Reformen vor allem auf die Zusammenarbeit mit dem RDA. Dass sich beide Verbände vom 23. bis 25. April in Schwerin erstmals in ihrer Geschichte zu gemeinsamen Mitgliederversammlungen trafen, dokumentiert nach Einschätzung von Rainer Klink das vertrauensvolle Verhältnis zwischen den Vorständen.
Als „Sprachrohr der Branche“ fordern gbk und RDA gemeinsam für alle Busse, die mindestens die Euro-3-Norm erfüllen, bis 2015 die freie Zufahrt in die Umweltzonen.
Und mit einem Bundesumweltminister im Rücken, der den Verbrauchern auf grünen Aufklebern das Busfahren empfiehlt, plädieren die Verbände selbstbewusst für die Befreiung von der Ökosteuer.
Neben den ökologischen Vorteilen des Busses begründete Klink diese politischen Forderungen des Gewerbes mit seiner ökonomischen Dynamik: Die Bustouristik sichert Arbeitsplätze in der Tourismuswirtschaft, die nicht in Billiglohnländer ausgelagert werden können. „Damit bringt sie ein Konjunkturprogramm ins Rollen, das vor allem für Regionen mit einer schwachen Industrie lebensnotwendig ist“.
Die derzeitige Krise hat ihren Höhepunkt zwar noch längst nicht erreicht, trotzdem rollt die Bustouristik auf zwei stabilen Achsen durch die wirtschaftliche Talsohle: Die Best Ager und der starke Trend zum Deutschlandtourismus. Die Bustouristik befriedigt mit ihrem breiten Angebot an spannenden Städtereisen und entspannenden Kurzurlauben die Nachfrage des Marktes und mit ihrer Verbandsethik, die auf Kooperation statt Konfrontation der Wettbewerber setzt, bringt sich die gbk in die aktuelle Diskussion um neue Werte in der Wirtschaft ein.
Dass die gbk auch die junge Generation erreicht, konnte Martin Becker in seinem Geschäftsbericht belegen. Bereits zum zweiten Mal hat der Verband im Rahmen seiner Kampagne „Klasse fährt Klasse“ bundesweit 15 000 Schulen über nachhaltigen Tourismus und pädagogisch wertvolle Klassenfahrten informiert. Auch die neu gestaltete Homepage, die sich unter www.klassefährtklasse.de an Eltern, Lehrer und Schüler richtet, wird immer häufiger angeklickt.
Außer der Verleihung von Gütezeichen bringt die gbk auch mit einem differenzierten Programm an Seminaren für Unternehmer und Busfahrer die Qualität in der Bustouristik voran. Der Verband baut sein Engagement in diesem Bereich weiter aus, zumal der Gesetzgeber die regelmäßige Weiterbildung von Busfahrern vorschreibt. „Die gbk ist inzwischen als Ausbildungsstätte amtlich anerkannt“.
Das Gewissen des Verbandes
Die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) hat ihren ersten Ehrenvorstand: Xaver Hörmann wurde auf der Mitgliederversammlung die Ernennungsurkunde überreicht. Der gbk-Vorsitzende Rainer Klink würdigte seinen langjährigen Stellvertreter als „das Gewissen des Verbandes“ und gratulierte seinem neuen Vize Hermann Meyering zur einstimmigen Wahl. Der Platz von Xaver Hörmann, der aus dem gbk-Vorstand ausscheidet, wird nicht ersetzt. In den nächsten zwei Jahren wird die gbk ihren Vorstand verjüngen und damit auf Dauer die personellen Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie auch in einem größeren Gebilde gut aufgestellt ist.
Mit der praktischen Erfahrung aus seinem Familienbetrieb, der 1936 in Augsburg gegründet wurde und seinem Gespür für die Branche hat Xaver Hörmann die Arbeit im gbk-Vorstand über den langen Zeitraum von 18 Jahren bereichert. In den vergangenen acht Jahren hat er sich in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender öffentlich für seine Ideale eingesetzt. Rainer Klink charakterisierte den 60-jährigen Unternehmer, der bereits 1982 in die gbk eingetreten ist, als „Urgestein“ des Verbandes und „Überzeugungstäter für unser Busgewerbe“. Xaver Hörmann freute sich über die positiven Ergebnisse seiner Arbeit, die er gemeinsam mit dem Vorstand und dem Geschäftsführer Martin Becker erreichen konnte: „Die gbk ist kerngesund.“
Für Heinrich Marti ist der 23. April 2009 ein echtes Superwahljahr. Kurz nachdem er von der gbk-Mitgliederversammlung einstimmig als Vorstand wieder gewählt wurde, stimmten auch die RDA-Mitglieder unisono für seinen Verbleib in ihrem Vorstand. Der 48-jährige Busunternehmer aus der Schweiz erfüllt seit neun Jahren seine Doppelfunktion in beiden Vorständen. Als zentrales Bindeglied zwischen RDA und gbk „habe ich auf dem Weg zur Kooperation beider Verbände meinen Einfluss geltend gemacht“, betonte Marti.
Ebenfalls einstimmig wurden auf der gbk-Mitgliederversammlung Monika Wöhr und Robert Flattich als Kassenprüfer gewählt.
Experten machten der Bustouristik in Schwerin mit ihren Prognosen neuen Mut
Im Gegensatz zur bunten Flora auf der Bundesgartenschau sind die Aussichten der Bustouristik vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftskrise zwar nicht gerade blühend. Die hochkarätigen Referenten auf der gemeinsamen Tagung der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) und des Internationalen Bustouristik Verbandes (RDA) machten der Branche trotzdem Mut. Denn mit niedrigen Emissionen und einem hohen Potential an Neukunden hat der Reisebus positive Perspektiven für die Zukunft.
Auch wenn PKW und Bahn durch den Einsatz moderner Technologie ihre Werte in der Umweltbilanz verbessern konnten: Beim Klimaschutz liegt der Reisebus immer noch an der Spitze. Wolfram Knörr begründete dieses Fazit der aktuellen IFEU-Studie vor rund 250 Zuhörern im schmucken Foyer des Staatstheaters mit der guten Auslastung und dem niedrigen Energieverbrauch der Fahrzeuge. „Gerade beim Treibhauseffekt ist der Bus die Nummer 1“, betonte der Mitarbeiter des renommierten Instituts aus Heidelberg. „Bei den Emissionen kann der Reisebus in Zukunft das größte Plus verzeichnen“, lautet seine Prognose. „Aufgrund neuer verfügbarer Technologien und verschärfter Grenzwertbestimmungen werden seine öko- und humantoxischen Emissionen bis zum Jahr 2015 teilweise um mehr als 80 Prozent reduziert.“
Download: Kurzfassung der aktualisierten Umweltstudie Wolfram Knörr, ifeu-Institut
Ob die Bustouristik bis dahin ihr großes Potential an Neukunden ausgeschöpft hat, hängt nach Meinung von Martin Lohmann vor allem von der Wahl der richtigen Werbe- und Marketingstrategien ab. Der Mitautor der F.U.R - Reiseanalyse verheißt der Branche einen Marktanteil bei den Urlaubsreisen, der von derzeit neun Prozent auf bis zu 23 Prozent hochschnellen könnte. Voraussetzung: Die Unternehmer erreichen ihre künftigen Zielgruppen, indem sie die richtigen Botschaften im passenden Umfeld platzieren. „Bustouristen zeichnen sich einerseits durch einen traditionellen Lebensstil aus, andererseits macht sie die Neugier auf das Fremde offen für Veränderungen“, erläuterte Lohmann. Und während sie im Urlaub vor allem Geselligkeit suchen achten sie gleichzeitig auf den Schutz ihrer Privatsphäre. Aus diesen widersprüchlichen Wertorientierungen resultiert ein Spannungsfeld, das vom Busunternehmer kreativ genutzt werden kann. Genauso wie die vielfältige Medienlandschaft: Während Bustouristen im Internet detaillierte Informationen finden suchen sie häufig in Anzeigenblättern nach neuen Trends und Angeboten.
Download: Kurzfassung Vortrag Prof. Dr. Martin Lohmann, F.U.R Reiseanalyse
Dass Busse künftig nicht nur sicherer, sauberer und komfortabler sondern bei den Kunden auch beliebter werden, ist die Überzeugung von Hartmut Schick. Schließlich konnte der neue EvoBus-Geschäftsführer nicht nur seine eigene Familie für einen Busurlaub begeistern. Zusammen mit seinen kreativen Teams in Ulm und Mannheim entwickelt der Maschinenbauingenieur intelligente Lösungen für den Bus der Zukunft. „Die hohe Qualität der Fahrzeuge wird dazu führen, dass auch lange Flugreisen künftig durch den Bus ersetzt werden können“, erklärte Schick. Sein nächstes Projekt ist die Konstruktion großräumiger Bordtoiletten. Ein Auftrag, der ihm aus dem innovationsfreudigen Publikum mit auf den Heimweg gegeben wurde.
Download: Vortrag Hartmut Schick, EvoBus Geschäftsführer
Mit soliden Zahlen und Statistiken konnte Katja Dofel begründen, warum das unsolide Zocken an der Börse sogar die Existenz des Euro und die Rolle Amerikas als führende Wirtschaftsmacht der Welt in Frage stellt. Die kompetente Fernsehjournalistin überraschte ihre Zuhörer mit der Feststellung, dass der jüngste Crash in der Finanzwelt auf ein Überangebot an Geld zurück zu führen ist.
Download: Zusammenfassung Vortrag Katja Dofel
Download: Folien Handout Katja Dofel
Lösungen für die Krise hatte aber auch Karl Heinz Däke nicht parat. Zumal den Präsidenten des Bundes der Steuerzahler heftige Zweifel plagen, ob sich das Konjunkturprogramm der Bundesregierung nachhaltig bezahlt macht.
Download: Vortrag von Dr. Karl Heinz Däke, Präsident des Bundes der Steuerzahler
Das anspruchvolle Tagungsprogramm wurde von einem attraktiven Kulturprogramm umrahmt. Mit Führungen durch die farbenfrohen Parkanlagen der Bundesgartenschau und das romantische Schloss in Schwerin sowie einem Ausflug in der historischen Dampflok an die Ostseeküste präsentierte sich Mecklenburg-Vorpommern als Reiseziel für die Bustouristik. „Mecklenburg-Vorpommern ist immer eine Reise wert“, warb auch Ministerpräsident Erwin Sellering für sein Bundesland. „Und im BUGA-Jahr gilt das ganz besonders.“
Klimawald
Am Rande der gemeinsamen Tagung beider Verbände in Schwerin pflanzten der stellvertretende gbk-Vorsitzenden Hermann Meyering zusammen mit
RDA-Präsident Richard Eberhardt und seinem Vize Konrad Behringer neue Bäume im Klimawald der Bundesgartenschau (BUGA). Beide Verbände spenden zusammen 2000 Euro für die Aufforstung des ersten deutschen Tourismuswaldes, der die Kohlendioxid-Emissionen der BUGA-Gäste ausgleichen soll.
Am Ende einer schweißtreibenden Aktion, bei der die drei Verbandsfunktionäre von gbk und RDA mit der Unterstützung des BUGA-Geschäftsführers Jochen Sandner und Bernd Fischer (Geschäftsführer vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern) beherzt zum Spaten griffen, ragten 46 zarte Pflänzchen aus der Erde: Schlehdorn, Feldahorn und Wildapfel.
Die Wurzeln, die von den Bustouristikern gepflanzt wurden, sind Teil eines Klimawaldes in Neuhof bei Schwerin. „Für den Kaufpreis einer Aktie in Höhe von zehn Euro kann ein Hartholzbaum gepflanzt und gepflegt werden, der die Kohlendioxid-Emissionen ausgleicht, die eine vierköpfige Familie mit ihrem Besuch bei der BUGA verursacht“, erläutert Bernd Fische das ökologische Konzept der Waldaktie.
Mehr Bilder zur Mitgliederversammlung in Schwerin finden Sie in unserem Bildarchiv.

